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Erfolgreicher Abschluss des Integrationsprojekts "Mitmachen! Multiplikatoren für Integration und Teilhabe"

Insgesamt 12 Frauen und 3 Männer aus Sinzheim erhielten kürzlich ihr Zertifikat für die erfolgreiche Teilnahme an der Schulungsreihe "Mitmachen! Multiplikatoren für Integration und Teilhabe", die von November 2018 bis Oktober 2019 von Michaele Schossier, Integrationsbeauftragte der Gemeinde Sinzheim, in den Räumen des Begegnungszentrums St. Vinzenz durchgeführt wurde.

Die Fortbildung fand in enger Zusammenarbeit mit der Integrationsbeauftragten des Landkreises Rastatt, Tamina Hommer, statt und wurde vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg im Rahmen des Programms "Qualifiziert. Engagiert." gefördert.

Thematisch standen die verschiedensten Themen auf dem Programm: Dazu gehörten beispielsweise Informationen zum deutschen Schul- und Bildungssystem, zum Umgang mit Geld, zu Suchtprävention und Selbstfürsorge, zum Wohnen und Mieten und zu Möglichkeiten des ehrenamtlichen Engagements. Weiterhin informierten die jeweiligen Fachreferenten über Themen wie Demokratie, über Umgangsformen bzw. Knigge im interkulturellen Kontext, Bewerbungstraining oder auch über die Rolle der Polizei im Rechtsstaat.

Zielsetzung der für Migranten und Migrantinnen konzipierten Schulungsreihe war, dass die Teilnehmenden zukünftig auch andere zugewanderte Menschen aus ihrem Kulturkreis über die behandelten Themen informieren können bzw. als Ansprechpartner/-innen und Multiplikator/-innen zur Verfügung stehen.

Im Rahmen der Abschlussfeier im Landratsamt Rastatt verlieh Jessica Schuldt, Leiterin des Amtes für Migration, Integration und Recht, die Zertifikate an insgesamt 43 Frauen und 27 Männer aus den sechs Projektstandorten Bühl, Gaggenau, Gernsbach, Kuppenheim, Rastatt und Sinzheim. Zwischen 16 und 69 Jahre alt waren die Menschen aus Afghanistan, Eritrea, Indien, Irak, Iran, Jordanien, Korea, Pakistan, Palästina, Somalia, Syrien, Togo und Türkei. Mit sichtlichem Stolz und unter großem Beifall nahmen sie die Urkunden entgegen.

In einem an die Abschlussfeier anschließenden Workshop unter der Leitung von Federica Paganelli Overlack erarbeiteten die Teilnehmenden noch einmal weitere Ideen und Anregungen für eine verbesserte Integration im Landkreis Rastatt.

Nachricht aus dem Landratsamt „Integrationsarbeit verändert sich“ - Kommunale Beauftragte im Landkreis etabliert

Aufgrund der Migration in den letzten Jahren wurde das Thema Integration verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen, insbesondere in Zusammenhang mit Geflüchteten. Sprachkurse, Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration, Bildungsangebote und Sozialberatung - dies sind Beispiele dafür, welche Strukturen in den letzten Jahren ausgebaut oder neu geschaffen wurden, um den Integrationsprozess voranzubringen.

Seit 2016 gehen die Asylzahlen wieder zurück, wodurch sich auch das Aufgabenfeld der Integrationsbeauftragten von Landkreis und Kommunen verändert hat. „Integrationsarbeit umfasst weitaus mehr als die Betreuung der Personen, die im Zuge des Asylverfahrens nach Deutschland kamen“, betont Tamina Hommer, die Integrationsbeauftragte des Landkreises Rastatt. „Wenn man von Integration spricht, müssen stets alle Menschen mitbedacht werden.“ Ziel ist es, ein friedliches Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft zu fördern. Grundlage hierfür ist, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben. Das Ziel einer erfolgreichen Integrationsarbeit setzt jedoch voraus, dass sie an zentraler Stelle systematisch geplant, gesteuert und koordiniert wird.
 
Das Land Baden-Württemberg fördert seit 2013 die Stellen der kommunalen Integrationsbeauftragten. „Der Landkreis Rastatt begrüßt es sehr, dass die Förderung nun verstetigt werden soll, um die Stellen dauerhaft zu etablieren“, erklärt Hommer. Neben dem Landratsamt haben auch viele Städte und Gemeinden die Möglichkeit genutzt, Integrationsbeauftragte einzustellen oder haben eine Kontaktperson im Rathaus benannt.
 
Die Beauftragten sind für die Entwicklung, Koordinierung und Stärkung nachhaltiger Strukturen im Bereich Integration zuständig. Wichtig hierbei ist die Erstellung und Fortschreibung eines Integrationskonzeptes, das die konkreten Maßnahmen und Ziele zusammenfasst, die regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden.

Auf Einladung des Landratsamtes treffen sich die kommunalen Integrationsbeauftragten zweimal jährlich zum gemeinsamen Austausch. Die Netzwerkarbeit spielt bei der Integration eine besondere Rolle, da in diesem Bereich viele verschiedene Akteure mitwirken. Es existieren unterschiedliche Netzwerke, bei denen sich der Landkreis und die Kommunen mit der Bundesagentur für Arbeit, dem Jobcenter, Wohlfahrtsverbänden, Sprachkursträgern, Schulen, Ehrenamtlichen und weiteren Akteuren über Angebote und Bedarfe austauschen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
 
Landkreis, Städte und Gemeinden arbeiten in diesem Bereich sehr eng zusammen, beispielsweise bei den Themen Arbeit, Bildung, Gesundheit oder während den Interkulturellen Wochen und bei Projekten. „Gemeinsam haben wir im Landkreis Rastatt in den letzten Jahren viele Angebote geschaffen, um die Integration der Zugewanderten zu unterstützen. Die Integrationsbeauftragten in den Städten und Gemeinden spielen hierbei eine zentrale Rolle. Sie kennen die Gegebenheiten vor Ort, sind nah an den Menschen und können so bedarfsorientiert handeln“, so Hommer.
 
Die unsichere Bleibeperspektive vieler Menschen, die über das Asylverfahren kamen, stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Ungewissheit wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus, sie hemmt das Lernen in der Schule, den Spracherwerb oder verhindert die Aufnahme einer Arbeit. Auch der angespannte Wohnungsmarkt trägt dazu bei, dass viele in keinem integrationsfördernden Umfeld leben. Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern suchen die Integrationsbeauftragten nach Lösungen, um diese Schwierigkeiten zu überwinden.
 
Seitdem die Stellen der Integrationsbeauftragten eingerichtet wurden, hat sich das Tätigkeitsfeld stark verändert. Aufgrund der Asylzahlen lag der Schwerpunkt seit 2014 auf der Eingliederung der Geflüchteten. Zunächst war es notwendig, für die Menschen eine Grundversorgung sicherzustellen. Inzwischen haben viele Personen bereits Sprachkurse absolviert und konnten in Ausbildung oder Arbeit vermittelt werden, wodurch sich die Lebensverhältnisse zunehmend stabilisieren.

Von den gewachsenen Strukturen können jedoch alle Menschen mit Migrationshintergrund profitieren. Die Angebote werden so konzipiert, dass alle daran teilhaben können, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Zudem soll die Netzwerkarbeit mit Migrantenorganisationen weiter ausgebaut und das bürgerschaftliche Engagement von Zugewanderten gefördert werden. Künftig sollen auch verstärkt wieder die Menschen im Fokus stehen, die schon lange hier leben oder etwa im Zuge der Erwerbsmigration aus der EU oder einem Drittstaat nach Deutschland kamen.

Regelmäßiger Erfahrungsaustausch der Integrationsbeauftragten

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