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Interkulturelle Woche 2020

Der bundesweite Auftakt der Interkulturellen Woche 2020 wird am 27.September in München gefeiert.
In Sinzheim sind Veranstaltungen vom 28.09. bis zum 02.10.2020 geplant.
Nähere Informationen entnehmen Sie bitte dem

Flyer zur Interkulturellen Woche 2020

Akteure in der Integrations- und Flüchtlingsarbeit Sinzheim

Derzeit leben rund 180 geflüchtete Menschen, vornehmlich aus Syrien, Afrika, Iran, Irak und Afghanistan in der sogenannten Anschlussunterbringung in der Gemeinde. Mehr als Dreiviertel davon sind Frauen und Kinder, einige sind bereits in Sinzheim geboren.

Bevor sie auf die verschiedenen Gemeinden des Landkreises in die Anschlussunterbringung verteilt wurden, lebten die Menschen in der vorläufigen Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften des Landkreises.
Schon früh wurden in den Städten und Gemeinden sowohl Helferkreise initiiert als auch hauptamtliche Strukturen geschaffen. 2015 gründeten ehrenamtlich Aktive den Arbeitskreis Flüchtlingshilfe, inzwischen zum Arbeitskreis Integration umbenannt. Nicht alle ehrenamtlichen Helfer und Helferinnen sind im Arbeitskreis aktiv, viele kümmern sich wie Paten um einzelne Personen oder Familien und unterstützen diese im Alltagsleben.

Von hauptamtlicher Seite übernehmen seit 2017 beim Landratsamt Rastatt angestellte Sozialarbeiter, die Integrationsmanager, die individuelle soziale Beratung von Geflüchteten. Ab Mitte Januar 2020 ist Diana Weißinger (Tel.: 07223 281-9638, Mobil: 0151 64056145, E-Mail: d.weissinger(@)landkreis-rastatt.de ) mit einem Stellenanteil von 0,75 einer Vollzeitstelle für die Gemeinde Sinzheim zuständig. Sie löst dann die bisherige Integrationsmanagerin Alexandra Kubisch ab.
Zu ihren Aufgaben gehört die Erstellung eines Integrationsplans. Dafür werden freiwillig zur Verfügung gestellte personenbezogene Daten zu Sprachkenntnissen, Berufen, Schulabschlüssen und Interessen erfasst und zusammengeführt. Auf dieser Grundlage wird für die jeweilige zu beratende Person eine Zukunftsperspektive erarbeitet.

Weitere Aufgaben der Integrationsmanagerin sind beispielsweise die Vermittlung von aktuellen Informationen und zuständigen Ansprechpersonen zum Spracherwerb, Arbeitsmarktintegration, Anerkennung ausländischer Qualifikationen, Schule oder Bildung.
Um die Kommunen mit Blick auf die Flüchtlingszugänge finanziell bei ihrer Integrationsarbeit zu unterstützen, wurde der Pakt für Integration zwischen dem Land Baden-Württemberg und den Kommunen geschlossen. Die Stellen der Integrationsmanager werden gefördert aus Mitteln des Pakts für Integration und sind zeitlich befristet.

Ergänzend zu den Integrationsmanagern steht auch der Sozialarbeiter der Gemeinde, Dominik Springmann (Tel.: 07221 806725, E-Mail: dominik.springmann(@)sinzheim.de), als möglicher Ansprechpartner in individuellen Fällen zur Verfügung.

Solange die zugewanderten Menschen keine eigene Wohnung gefunden haben, werden sie in gemeindeeigenen und angemieteten Wohnungen untergebracht; zuständig für die Unterbringung ist Jutta Löffler, Leiterin Ordnungsamt (Tel.: 07221 806103, E-Mail: jutta.loeffler(@)sinzheim.de

Ein weiterer Akteur im Rahmen der Integrationsarbeit sind die hauptamtlich beschäftigten Integrationsbeauftragten, die ebenfalls aus dem Pakt für Integration gefördert werden. Sie sind in den Kommunen für alle integrationspolitischen Belange zuständig. Seit 2018 beschäftigt die Gemeinde Sinzheim Michaele Schossier als Integrationsbeauftragte in Teilzeit mit 50 % einer Vollzeitstelle.
Im Unterschied zu den Integrationsmanagern sind die Integrationsbeauftragten nicht für die individuelle Einzelbetreuung von Geflüchteten zuständig, sondern ihre Aufgabe besteht darin, als Anlauf-, Beratungs- und Koordinierungsstelle innerhalb und außerhalb der Verwaltung tätig zu sein und ein Integrationsnetzwerk aufzubauen.
Konkret bedeutet dies in Sinzheim die Koordination der Ehrenamtsarbeit, die Organisation örtlicher Integrationsangebote oder auch die Zusammenarbeit mit anderen Beauftragten und Institutionen auf kommunaler und landesweiter Ebene.

So wird beispielsweise seit 2018 auch in Sinzheim die Interkulturelle Woche durchgeführt, die es deutschlandweit schon seit vielen Jahren gibt. Das Café International im Begegnungszentrum St. Vinzenz bietet wöchentlich donnerstags die Möglichkeit, sich bei Kuchen und Getränken mit anderen Menschen auszutauschen. Im Rahmen eines Projekts "Mitmachen" konnten sich Migrantinnen und Migranten rund um die verschiedensten Alltagsthemen weiterbilden.

Weitere Informationen zum Thema Integration finden Sie auf der Homepage der Gemeinde unter der Rubrik Bildung & Soziales/Integration in Sinzheim.

Möchten auch Sie sich in dieses vielfältige Tätigkeitsfeld einbringen? Dann wenden Sie sich bitte an E-Mail: michaele.schossier(@)sinzheim.de oder Tel. 07221 806133.

Nachricht aus dem Landratsamt „Integrationsarbeit verändert sich“ - Kommunale Beauftragte im Landkreis etabliert

Aufgrund der Migration in den letzten Jahren wurde das Thema Integration verstärkt in der Öffentlichkeit wahrgenommen, insbesondere in Zusammenhang mit Geflüchteten. Sprachkurse, Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration, Bildungsangebote und Sozialberatung - dies sind Beispiele dafür, welche Strukturen in den letzten Jahren ausgebaut oder neu geschaffen wurden, um den Integrationsprozess voranzubringen.

Seit 2016 gehen die Asylzahlen wieder zurück, wodurch sich auch das Aufgabenfeld der Integrationsbeauftragten von Landkreis und Kommunen verändert hat. „Integrationsarbeit umfasst weitaus mehr als die Betreuung der Personen, die im Zuge des Asylverfahrens nach Deutschland kamen“, betont Tamina Hommer, die Integrationsbeauftragte des Landkreises Rastatt. „Wenn man von Integration spricht, müssen stets alle Menschen mitbedacht werden.“ Ziel ist es, ein friedliches Zusammenleben in einer vielfältigen Gesellschaft zu fördern. Grundlage hierfür ist, dass alle Menschen die gleichen Chancen haben. Das Ziel einer erfolgreichen Integrationsarbeit setzt jedoch voraus, dass sie an zentraler Stelle systematisch geplant, gesteuert und koordiniert wird.
 
Das Land Baden-Württemberg fördert seit 2013 die Stellen der kommunalen Integrationsbeauftragten. „Der Landkreis Rastatt begrüßt es sehr, dass die Förderung nun verstetigt werden soll, um die Stellen dauerhaft zu etablieren“, erklärt Hommer. Neben dem Landratsamt haben auch viele Städte und Gemeinden die Möglichkeit genutzt, Integrationsbeauftragte einzustellen oder haben eine Kontaktperson im Rathaus benannt.
 
Die Beauftragten sind für die Entwicklung, Koordinierung und Stärkung nachhaltiger Strukturen im Bereich Integration zuständig. Wichtig hierbei ist die Erstellung und Fortschreibung eines Integrationskonzeptes, das die konkreten Maßnahmen und Ziele zusammenfasst, die regelmäßig überprüft und weiterentwickelt werden.

Auf Einladung des Landratsamtes treffen sich die kommunalen Integrationsbeauftragten zweimal jährlich zum gemeinsamen Austausch. Die Netzwerkarbeit spielt bei der Integration eine besondere Rolle, da in diesem Bereich viele verschiedene Akteure mitwirken. Es existieren unterschiedliche Netzwerke, bei denen sich der Landkreis und die Kommunen mit der Bundesagentur für Arbeit, dem Jobcenter, Wohlfahrtsverbänden, Sprachkursträgern, Schulen, Ehrenamtlichen und weiteren Akteuren über Angebote und Bedarfe austauschen, um gemeinsam Lösungen zu entwickeln.
 
Landkreis, Städte und Gemeinden arbeiten in diesem Bereich sehr eng zusammen, beispielsweise bei den Themen Arbeit, Bildung, Gesundheit oder während den Interkulturellen Wochen und bei Projekten. „Gemeinsam haben wir im Landkreis Rastatt in den letzten Jahren viele Angebote geschaffen, um die Integration der Zugewanderten zu unterstützen. Die Integrationsbeauftragten in den Städten und Gemeinden spielen hierbei eine zentrale Rolle. Sie kennen die Gegebenheiten vor Ort, sind nah an den Menschen und können so bedarfsorientiert handeln“, so Hommer.
 
Die unsichere Bleibeperspektive vieler Menschen, die über das Asylverfahren kamen, stellt eine besondere Herausforderung dar. Die Ungewissheit wirkt sich auf alle Lebensbereiche aus, sie hemmt das Lernen in der Schule, den Spracherwerb oder verhindert die Aufnahme einer Arbeit. Auch der angespannte Wohnungsmarkt trägt dazu bei, dass viele in keinem integrationsfördernden Umfeld leben. Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern suchen die Integrationsbeauftragten nach Lösungen, um diese Schwierigkeiten zu überwinden.
 
Seitdem die Stellen der Integrationsbeauftragten eingerichtet wurden, hat sich das Tätigkeitsfeld stark verändert. Aufgrund der Asylzahlen lag der Schwerpunkt seit 2014 auf der Eingliederung der Geflüchteten. Zunächst war es notwendig, für die Menschen eine Grundversorgung sicherzustellen. Inzwischen haben viele Personen bereits Sprachkurse absolviert und konnten in Ausbildung oder Arbeit vermittelt werden, wodurch sich die Lebensverhältnisse zunehmend stabilisieren.

Von den gewachsenen Strukturen können jedoch alle Menschen mit Migrationshintergrund profitieren. Die Angebote werden so konzipiert, dass alle daran teilhaben können, unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Zudem soll die Netzwerkarbeit mit Migrantenorganisationen weiter ausgebaut und das bürgerschaftliche Engagement von Zugewanderten gefördert werden. Künftig sollen auch verstärkt wieder die Menschen im Fokus stehen, die schon lange hier leben oder etwa im Zuge der Erwerbsmigration aus der EU oder einem Drittstaat nach Deutschland kamen.

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